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Relikte der regelspurigen Nebenbahn
Großbothen - Bad-Lausick - Borna

Zwischen Bad-Lausick West und Flößberg verlief die Bahnlinie fernab von Straßen und Wegen. Unterwegs wurde der Heinersdorfer Bach auf einer Stahlträgerbrücke überquert, die ebenfalls abgebaut wurde. Die steinerne Eulabrücke dagegen steht noch immer fest in der Landschaft.

Die Geschichte der Querbahn von Großbothen nach Borna beinhaltet auch ein besonders dunkles Kapitel:
Gegen Ende des zweiten Weltkrieges wurde im Flößberger Wald an der Straße Flößberg - Beucha ein Zweiglager des KZ Buchenwald errichtet. Hier hatten die Leipziger Hasag-Betriebe die Absicht, ihre in Berlin von den heranrückenden Sowjetarmeen arg bedrängte Panzerfaustfabrikation neu zu errichten. KZ-Häftlinge mußten auch einen Gleisanschluß zur Querbahn erbauen, dieser zweigte zwischen Flößberg und Bad-Lausick - West von der Strecke ab und wurde von Bad Lausick West aus bedient.

An dieser Stelle zweigte der Anschluss zum Lager der HASAG-Werke ab. Links das Streckengleis in Richtung Flößberg, rechts die Trasse des Anschlussgleises.

Ein Kilometerstein auf dem Gelände des einstigen Lagers markiert noch den Streckenkilometer 12,7.

Im Dezember und Januar 1944/45 kamen die als Arbeitskräfte vorgesehenen KZ-Häftlinge, zumeist ungarische Juden, an. Infolge unzureichender Bekleidung und Ernährung sowie ungeheizter Baracken trat ein Massensterben im Lager ein. Fast jede Woche gingen zwei Waggons vollgestopft mit diesen beklagenswerten Menschen, welche infolge Erfrierungen an den Händen und Füßen schlimmster Art arbeitsunfähig waren, nach Buchenwald zurück. Erst 14 Tage vor Einmarsch der Amerikaner wurde das Lager evakuiert.


In weitem Linksbogen wendete sich die Strecke nun dem Ort Flößberg zu. Zunächst wird ein Wirtschaftsweg überquert. Die Betonbrücke steht noch heute, wenn auch das Material inzwischen zu bröckeln beginnt.


Mit dem Bau der Bahn entstand in Flößberg ein massives Bahnhofsgebäude, welche sich gegenwärtig in renoviertem Zustand als Wohnhaus präsentiert. An der Giebelseite aus Großbothener Richtung hat man den Schriftzug "Flößberg" wieder angebracht und erinnert so an den damals bedeutenden Unterwegsbahnhof. Die Bahnstrecke verlief vor dem Bahnhofsgebäude in einem tiefer liegenden Einschnitt. Heute wachsen dort Bäume und Sträucher und verdecken inzwischen fast schon die ehemaligen Anlagen.


Dennoch erweist sich die Suche nach Eisenbahnrelikten hier als erfolgreich. An der Ausfahrt Richtung Borna liegt ein alter Schwellenstapel und im inzwischen dicht bewaldeten Bereich der Güteranlage steht standfest einer der letzten noch erhaltenen Telegrafenmasten.


Markant für den Flößberger Bahnhof war die Straßenbrücke - heute die B176 - die wie ein Tor die Einfahrt aus Richtung Borna begrenzte. Noch lange Zeit war die alte Brückenkonstruktion in Nutzung bis sie vor einigen Jahren beim Straßenausbau einer Röhre weichen musste. Nun wird die südliche Ausfahrt in Richtung Borna mehr und mehr von Baumschnitt und anderem Kompost zugeschüttet.

Zugeschütteter Einschnitt an der Ausfahrt aus Flößberg

In weitem Rechtsbogen drehte die Strecke im Folgenden weiter nach Westen, um den Ort Schönau zu erreichen.

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