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Relikte der Schmalspurbahn (750mm) Mügeln – Wermsdorf - Neichen

Neichen

In einer Rechtskurve Nerchau-Gornewitz verlassend schmiegt sich die Trasse nun der Verbindungsstrasse nach Neichen an.

Man fährt dazu am ehemaligen Haltepunkt Nerchau-Gornewitz rechts in die Nebenstraße und dann geradeaus, nicht der Ausschilderung nach Nerchau und dann nach Neichen folgen!

Von der Straße aus ist der parallel verlaufende Damm gut zu erkennen. Bahndamm kurz vor dem Bahnhof NeichenDort wo diese Verbindung auf die Landstraße Nerchau-Neichen trifft, überquerte die Bahn die Straße und senkte sich in einem Rechtsbogen zum Endbahnhof Neichen hinab.

Die Gleisanlagen den Bahnhofes Neichen (einst Nerchau-Trebsen, dann Neichen-Zöhda genannt) waren einem Endpunkt und Spurwechselbahnhof entsprechend umfangreich. Hier befanden sich eine Umladehalle, Rollbockgrube und ein einständiger Lokschuppen.

Die Gleisanlagen in Blickrichtung Nerchau, rechts das Empfangsgebäude. Heute führt eine Verbindungsstraße über das ehemalige Bahngelände.
Der ehemalige Lokschuppen verfiel nach der Stilllegung zusehends und wurde 1986 abgerissen. Der Wasserkran war schon längere Zeit ungenutzt und konnte so als "Wäschtrockner" herhalten. Heute ist vom Lokschuppen und seinem Umfeld nichts mehr zu erkennen. In Bildmitte (zwischen Steinhaufen und Baum) befand sich die ehemalige Ausfahrt in Richtung Nerchau.

Das Bahngelände im Jahr 2014

Das Empfangsgebäude von Neichen befand sich in Insellage. Auf der einen Seite waren die Anlagen der Schmalspurbahn und die Gleise der Regelspur zur Rollwagengrube. Auf der anderen Seite lagen die Anlagen der regelspurigen Muldentalbahn Wurzen-Grimma-Großbothen-Glauchau.

Die Muldentalbahn wurde mit der Sprengung der Rabensteinbrücke bei Grimma 1945 unterbrochen und führte seither das Schattendasein einer Stichbahn von Wurzen her.

Nach 1990 kam der restliche Güterverkehr gänzlich zum Erliegen. Inzwischen wurde die Strecke abgebaut und auf der Trasse ein sehr schöner Radweg entlang der Mulde errichtet - ein Tipp für alle Radsportfans !

Bahnsteigseite der Muldentalbahn

(Blick Richtung Wurzen)

Wo einst die Dampfloks der Regelspur und der Schmalspur um die Wette dampften, es nach Öl und Ruß roch, erinnert heute kaum noch etwas an die Zeit regen Eisenbahnbetriebes. Nur das heute bewohnte Empfangsgebäude und zwei einsame Telegraphenmasten erinnern daran, dass hier früher Züge aus Mügeln ankamen und Reisende bzw. Güter auf die Regelspur nach Wurzen oder Grimma übergingen.

Auch unsere Spurensuche endet hier. Wer sich die Mühe macht, diese Strecke von Mügeln über Wermsdorf bis nach Neichen zu bereisen, wird mit mir einer Meinung sein - eine romantische Schmalspurstrecke ging mit der Stilllegung bis 1972 der Nachwelt verloren.

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