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Löthain

Der Bahndamm ab Görna ist bis Löthain leider nicht begehbar, man muss die nebenher führende Straße benutzen. Eigentlich schade, denn hier steigt die Strecke aus dem Käbschütztal auf und überwindet in einer kühnen Streckenführung mit einer künstlichen Längenentwicklung den Anstieg bis Löthain.

Auf dem Satellitenbild ist die "Haarnadelkurve", mit der sich die Strecke in einem 180°-Bogen dem Bahnhof Löthain zuwandte, noch deutlich erkennbar.

Um an Höhe zu gewinnen, legte man beim Bahnbau vor Löthain einen Einschnitt mit einer Kurve von 100m Radius an, in der die Bahn eine komplette 180 Grad Wendung vollführte.

Hier der Blick in Richtung Einschnitt, in dem die Strecke nach rechts wegschwenkte. Hinter uns liegt die Steigung von Görna herauf, "neben" uns der Bahnhof Löthain.

Das Bahnhofsareal Der Bahnhof Löthain gehörte wohl zu den bedeutendsten Unterwegsbahnhöfen der Strecke Lommatzsch-Meißen. Die hier verladenen Mengen an Kaolin und Ton waren der Grund dafür, dass die Strecke bis Lommatzsch noch bis 1972 betrieben wurde, während der Abschnitt bis Meißen schon lange stillgelegt war.
Noch heute erinnert die lange Seitenrampe an den einst regen Güterverkehr. Das ausgedehnte Bahnhofsgelände ist heute Lagerplatz für Bau- und wohl auch für Abfallstoffe. Das Bahnhofsareal

Nachdem der vordere Teil des Bahnhofsgeländes den Eisenbahnfreunden aus dem Käbschütztal zugesprochen wurde, entsteht hier derzeit ein kleiner aber feiner Museumsbahnhof.

Inzwischen liegen schon ein paar Meter Gleis mit dem typischen Oberbau vor dem Bahnhofsgebäude und auf einem Gleisstück des ehemaligen Hauptgleises steht ein sanierter Rollwagen.

Hier einige Impressionen vom Bahnhofsgelände aus unterschiedlichen Jahren...

Das Bahnhofsgebäude präsentiert sich inzwischen sowohl innen als auch außen wieder im restaurierten Zustand der 60er Jahre. Es trägt inzwischen wieder das Reichsbahn-typische Reseda-Grün.

Im Inneren konnte aus dem Haltepunkt Arras an der Strecke Waldheim-Rochlitz das damals übliche Holzpflaster wieder eingebaut werden - es liegt stabil wie einst!

Der Raum des Bahnagenten beinhaltet zahlreiche Original-Utensilien und vermittelt einen sehr authentischen Eindruck. Man möchte meinen, der Bahnagent wäre eben mal draußen um den nächsten Zug abzufertigen.

Auch das Innere des Gebäudes wird noch durch das eine oder andere Eisenbahnrelikt komplettiert, so dass hier wieder nur ein kleiner Impressionen aus unterschiedlichen Zuständen präsentiert werden kann.

Am besten - Sie selbst einmal vorbei!

Der Heimatverein Käbschütztal als Träger des Museumsbahnhofs hat eine eigene Webseite unter www.schmalspurbahnmuseum.jimdo.com
Dort erfahren Sie die Öffnungszeiten sowie die Termine für die geführten Streckenwanderungen und die anderen Events rund um den Bahnhof Löthain.

Nach der Bahnhofsausfahrt in Richtung Garsebach stieg die Strecke zunächst weiter an.

Der nun folgende Abschnitt wurde bereits 1966 für den Personenverkehr geschlossen. Trotzdem blieb an dieser Stelle das Streckengleis noch etliche Meter für Rangierzwecke liegen und wurde mit einem Prellbock gesichert.

An dieser Stelle hat man nicht nur eine schöne Aussicht ins Käbschütztal.
Hier wird auch der Höhenunterschied deutlich, den die Bahn zwischen Görna und Löthain überwand.

Als die Strecke noch in Betrieb war, kam alsbald der Brechpunkt des Abschnittes Löthain-Garsebach in Sicht - die Unterführung unter der heutigen B101. In Verbindung mit dem Ausbau der Straße wich die Brücke einer Röhre, durch die der Elbe-Mulde-Radweg führt.

Vom Feld neben der B101 ist schon das Gefälle hinunter nach Garsebach zu sehen - und am Ende dieser Gefällestrecke liegt der Robschützer Viadukt...

Nach der Unterführung ist der Bahndamm inzwischen ebenfalls als Radweg ausgebaut. Dass die Trasse ohne weiteres dafür genutzt werden konnte, ist auch der Verdienst der Eisenbahnfreunde aus dem Käbschütztal. Sie machten über die Jahre zuvor die Durchlässe immer wieder frei und verhinderten so, dass der Bahndamm durch die manchmal gewaltigen Wassermassen beschädigt wird.

Wer hier wandern geht, erlebt ein Stückchen pure Natur, weit ab jeglichen Straßenlärmes. Einige Wegübergänge sind durch ihre Auffahrrampen zum ehemaligen Gleis noch gut zu erkennen.

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