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Relikte der Schmalspurbahn (750mm)
Lommatzsch - Löthain - Meißen(Triebischtal)

Viadukt Robschütz

Die nun beschriebene Streckenführung folgt dem Triebischtal bis Meißen. Wer die Schönheit dieses Tales der schnellen Verbindung nach Meißen über die B 101 vorzieht, sollte von Nossen aus weiter in Richtung Miltitz-Roitzschen fahren. Man kann aber auch der B 101 in Richtung Meißen folgen und hinter dem Ort Wendischbora rechts nach Miltitz abbiegen. Dann sind es nur noch wenige Kilometer bis zum Triebischtal.
Die Gegenrichtung -das Triebischtal aufwärts fahren- ist genauso reizvoll. Dazu fährt man einfach an der Meißener Porzellanmanufaktur weiter Richtung Ortsausgang Meißen.

Von der Unterführung der B101 kommend senkte sich die Strecke nun mit einem Gefälle bis 1:35 in das sog. "Sauloch" hinab. Am Ortsrand von Robschütz überquerte die Bahn zunächst auf einer dreiteiligen Brücke einen Wirtschaftsweg, bevor sie sich in einer Linkskurve auf halber Höhe über dem Ort dem Robschützer Viadukt zuwendete. Dieser Teil ist heute als Radweg ausgebaut - man spürt das Gefälle (oder die Steigung) deutlich in der Pedale...)

Hier oben befinden sich heute Gärten auf dem Bahngelände. Das nördliche Widerlager des Viaduktes ist deshalb nur über das höher gelegene Feld erreichbar.

Von der Dimension dieser Talbrücke vermittelt die alte Postkarte vom Verlag Reinhard Rothe Meißen (Sammlung U.Jankowski) aus dem Jahre 1909 einen ersten Eindruck. Welcher kühne Modellbahner würde sich wohl trauen, ein solches Brückenbauwerk anzulegen:


Letzteres gelang leider nicht immer. Jedoch war nicht Wind die Ursache zweier dramatischer Abstürze von dieser Brücke sondern zu hohe Geschwindigkeit.
So manches Zugpersonal kam ins Schwitzen, wenn auf dem Gefälle zwischen Löthain und Garsebach die Bremsleine der Heberlein-Bremse riss und der Zug immer schneller wurde.
Der erste Absturz ereignete sich am 7.Januar 1949 gegen 11.30 Uhr, als 99 689 mit ihren 4 Güter- und einem Packwagen auf der Brücke entgleiste. Das Zugpersonal (Lokführer, Heizer und 2 Zugbegleiter) fanden dabei den Tod. Lediglich ein Schwarzfahrer hatte Glück. Er blieb in einem Pflaumenbaum hängen und überlebte.
Als am 25.Dezember 1962 wieder ein Zug aufgrund zu hoher Geschwindigkeit abstürzte, war erneut ein Todesopfer zu beklagen. Der Heizer erlitt tödliche Verbrühungen.
Nun sah sich die Reichsbahn zum Handeln gezwungen. Bremsvorschriften wurden verschärft, nur noch Loks der Baureihe VI-K durften die Brücke mit höchstens 10 km/h befahren.

Letzten Endes war wohl dieser heikle Abschnitt der Grund dafür, dass der Reiseverkehr schon 1966 eingestellt wurde. Das Bild zeigt den letzten planmäßigen Personenzug P 1805, den Fotofreund G.Meyer auf seiner Fahrt über das Robschützer Viadukt begleitet hat. (Foto: Sammlung U.Jankowski)


Nach Einstellung des Planbetriebes fanden nur noch vereinzelt Übergaben statt. 1973 wurde damit begonnen, dieses Zeitzeugnis kühner Eisenbahnbaukunst abzubauen. Die Träger wurden schrittweise entfernt. Dabei blieben die Holzbohlen noch eine Weile auf der Brücke liegen und sorgten so für eine große Gefahr und Unmut bei den Anwohnern.

Bis zum Jahr 2015 zeugten die 10 im Triebischtal stehenden Brückenpfeiler vom einstigen Bauwerk. Das Bild zeigt Ansichten vom Widerlager auf Löthainer Seite hinüber zur anderen Talseite.


Eine VI-K hat ihre Übergabe nach Löthain gebracht und kehrt nun mit einem einzelnen Packwagen -dem "Rucksack"- nach Garsebach zurück.
Im zweiten Bild der selbe Blick im Februar 2002 vom Garsebacher Widerlager hinauf Richtung Löthain.

Im Frühjahr 2015 wurde damit begonnen, drei der Pfeiler, welche besonders nahe an der Triebisch standen, zu entfernen. Dieser Abriss gehört zu den Hochwasserschutzmaßnahmen im Triebischtal. Eine bedauerliche - aber wohl auch sinnvolle Maßnahme. Die Photogalerie zeigt den Stand im März 2015, als einer der Pfeiler direkt an der Straße bereits gefallen war.

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